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Strafanzeige - Ja oder Nein? 

Sexueller Missbrauch ist strafbar. Aber niemand - außer der Polizei - ist verpflichtet, einen Fall von sexuellem Missbrauch den Ermittlungsbehörden anzuzeigen.

Natürlich ist das Gefühl der Wut und der Wunsch nach Bestrafung des Täters groß, wenn man als Außenstehender erfährt, dass ein Kind von Erwachsenen sexuell missbraucht wurde. Aber eine Strafanzeige sollte niemals ohne gründliche Vorbereitung erstattet werden.

Denn wenn es erst einmal zur Anzeige gekommen ist, geht das Verfahren unerbittlich seinen Weg. - Für das Kind nicht immer zum Vorteil und vielfach mit einem schmerzlichen und langen Prozess verbunden. In vielen Fällen wird dabei die emotionale Situation des Opfers übersehen.

Grundsätzlich gilt: Alle rechtlichen Maßnahmen sollten nur dem Schutz des miss­handelten Mädchens und Jungen dienen.

Oft passiert es, dass Strafanzeigen zu schnell erstattet werden, weil die zivilrechtlichen Möglichkeiten zu wenig bekannt sind. Diese zivilrechtlichen Mittel können z. B. dem Täter verbieten, sich im Lebensraum des Kindes auf­zuhalten.

Sind Eltern Täter, so kann ihnen die elterliche Sorge entzogen werden und ein Vormund zum Schutz des Kindes eingesetzt werden. Auf die­sem Weg kann das Kind vor weiteren Übergriffen geschützt werden, ohne in einem langwierigen Strafverfahren mitwirken zu müssen. 

Entscheidet sich ein Opfer nach gründlicher Überlegung für eine Strafanzeige, gibt es Anwältinnen und Anwälte, die bei der Vor­bereitung des Strafantrages, der Vernehmung durch die Polizei und vor Gericht hilfreich zur Seite stehen.

Dank der Verjährungsvorschriften ist das Stellen eines Strafantrages bis zu zehn Jahre nach dem Erreichen der Volljährigkeit noch möglich. 

Allerleirauh - Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch  | 0421 - 566 99 88 - info@allerleirauh.net